{"id":50,"date":"2022-10-18T18:04:21","date_gmt":"2022-10-18T18:04:21","guid":{"rendered":"https:\/\/halbes-schloss.de\/?page_id=50"},"modified":"2025-05-01T14:16:39","modified_gmt":"2025-05-01T14:16:39","slug":"schloss","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/halbes-schloss.de\/index.php\/schloss\/","title":{"rendered":"Geschichte des Schlosses"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:75px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die (Bau-) Geschichte des Halben Schlosses zu Langenleuba-Niederhain <\/h3>\n\n\n\n<p>Die (Bau-) Geschichte des Halben Schlosses wurde in der Vergangenheit noch nicht umfassend erforscht. Im Zuge der Revitalisierung des Geb\u00e4udes wurde mit der Auswertung von Archivalien sowie mit einer bauforscherischen Untersuchung begonnen. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen und liefern fortlaufend neue Erkenntnisse. Im Folgenden werden die bisherigen Ergebnisse kurz zusammengefasst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"656\" src=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Halbes_Schloss_1830-1024x656.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-227\" srcset=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Halbes_Schloss_1830-1024x656.jpg 1024w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Halbes_Schloss_1830-300x192.jpg 300w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Halbes_Schloss_1830-768x492.jpg 768w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Halbes_Schloss_1830.jpg 1226w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Schloss, Zustand um 1830, bis heute die einzige bekannte Gesamtansicht des Objektes<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Vorg\u00e4ngerbau und erste Erw\u00e4hnungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bereits vor dem Jahr 1300 wird in Langenleuba eine Burg erw\u00e4hnt, die sich am Standort des heutigen Ritterguts befand. Diese Anlage diente den Burggrafen von Altenburg zur Sicherung der Grenze zur Mark Mei\u00dfen. Ab 1329 gelangte das Gut in den Besitz der Wettiner, die es anschlie\u00dfend als Lehen an regionale Adelsgeschlechter vergaben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Form und Struktur dieser fr\u00fchen Burganlage ist bislang wenig bekannt. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen \u00fcberregionalen Bedeutung sind weder Zeichnungen noch zeitgen\u00f6ssische Beschreibungen \u00fcberliefert. Gesichert ist jedoch, dass es sich um eine Wasserburg \u2013 m\u00f6glicherweise um eine Flussritterburg mit sp\u00e4terem Ausbau \u2013 handelte, die \u00fcber einen ausgedehnten Wirtschaftshof verf\u00fcgte. Bereits in dieser Zeit sind eine Brauerei, Stallungen, M\u00fchlen sowie eine eigene Kapelle nachweisbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Spuren der mittelalterlichen Anlage sind im heutigen Rittergut und auf dem umgebenden Gel\u00e4nde noch erkennbar. Diese k\u00f6nnten durch k\u00fcnftige arch\u00e4ologische Untersuchungen n\u00e4her bestimmt werden. Bei Grabungen im August 2023 wurden im Bereich des heutigen Schlossfundaments Mauerreste des Vorg\u00e4ngerbaus freigelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig von der mittelalterlichen Burg ist \u00fcberliefert, dass bereits vor der deutschen Besiedlung eine Befestigungsanlage am heutigen Standort bestand. Dabei handelte es sich um eine Ringburg mit einem Innendurchmesser von etwa 100 Metern. Der historische Wall dieser fr\u00fchesten Anlage ist noch heute hinter dem Schloss sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der barocke Neubau, der Bauherr<\/strong> und der Baumeister<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie die Anlage am Ende des 17. Jahrhunderts ausgesehen hat, ist nicht \u00fcberliefert. Es ist jedoch anzunehmen, dass infolge der kriegerischen Ereignisse dieser Zeit ein erheblicher Sanierungsbedarf bestand. Gleichzeitig kam es zwischen 1690 und 1730 in der Region zu einem ausgepr\u00e4gten Bauboom von Herrenh\u00e4usern. Dieser l\u00e4sst sich vor allem durch den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg sowie durch die wiedererstarkte Bedeutung der Handelsmetropole Leipzig erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gro\u00dfe Nordische Krieg und die zeitweilige Besetzung des Kurf\u00fcrstentums Sachsen, verbunden mit Reparationszahlungen an Schweden, f\u00fchrten dazu, dass wohlhabende Kaufleute vermehrt Ritterg\u00fcter au\u00dferhalb Sachsens erwarben. Die Region um Altenburg war aufgrund ihrer N\u00e4he zu Leipzig und ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zu den nicht kriegsbeteiligten Ernestinischen Staaten besonders attraktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Johann von Kuntsch, geboren 1645 in Eisleben, entstammte einer angesehenen Leipziger Handelsfamilie. Sein Vater, Burkhard Kuntzsch, heiratete in das Handelshaus Bohne ein und \u00fcbernahm dessen europaweit vernetztes Gesch\u00e4ft mit Drogen und Gew\u00fcrzen. Johann und sein Bruder Christoph \u2013 Jurist und Hofrat in Altenburg \u2013 wurden 1708 aufgrund ihres Reichtums und ihrer Verdienste gegen\u00fcber der kaiserlichen Krone in den Adelsstand erhoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut seinem Epitaph in der Kirche von Niederhain galt Johann von Kuntsch als verm\u00f6gender Mann. Er betrieb eine Handelsvertretung im Salzg\u00e4\u00dfchen Nr. 5 in Leipzig, unweit des Marktes, und besa\u00df f\u00fcnf weitere H\u00e4user in der Innenstadt sowie einen gro\u00dfen Garten in der Vorstadt. Im September 1707 erwarb er das Rittergut Langenleuba-Niederhain, wo er nach modernen barocken Entw\u00fcrfen ein neues Herrenhaus errichten lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl das Geb\u00e4ude urspr\u00fcnglich als Herrenhaus eines Rittergutes konzipiert wurde, weist es mit 121 Au\u00dfenfenstern, jeweils 18 Fensterachsen an den L\u00e4ngsseiten und 9 an den Stirnseiten eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Gr\u00f6\u00dfe auf. Hinzu kommt eine aufw\u00e4ndige Ausstattung mit Stuckdecken, Freitreppen, Pilasterrahmungen, fig\u00fcrlichem Fassadenschmuck sowie ein bis heute erhaltener Festsaal mit zwei offenen Kaminen \u2013 Merkmale, die dem Anspruch eines Schlosses gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Geb\u00e4ude wurde zwischen 1707 und 1711 errichtet, vermutlich nach Pl\u00e4nen des Leipziger Ratsbaumeisters Johann Gregor Fuchs. Es handelt sich um ein zur Bauzeit und in seiner Region hochmodernes Bauwerk mit Einfl\u00fcssen der italienischen Sp\u00e4trenaissance.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswertung von Archivmaterial, Datenbanken und Fotodokumentationen ergab eine starke stilistische N\u00e4he zu fr\u00fchen Werken des Dresdner Barocks (1690\u20131720). \u00c4hnlichkeiten bestehen insbesondere im strukturellen Aufbau, in der Raumgliederung, in der Ausf\u00fchrung sowie in der Ornamentik.<\/p>\n\n\n\n<p>Das heute noch erhaltene Treppenhaus im Nebentrakt von Langenleuba-Niederhain entspricht in Form und Aufbau exakt einem Nebentreppenhaus des ehemaligen Coselischen Palais (Taschenbergpalais) in Dresden, das Johann Friedrich Karcher bzw. Matth\u00e4us Daniel P\u00f6ppelmann zugeschrieben wird. Weitere Parallelen lassen sich anhand einer Entwurfszeichnung P\u00f6ppelmanns aus dem Jahr 1712 erkennen. Vergleichende Aufnahmen der Taschenbergpalais-Ruine aus der Nachkriegszeit zeigen \u00dcbereinstimmungen im Deckenaufbau, in Flurgestaltungen, Rundb\u00f6gen und Kellern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch zu einem weiteren Dresdner Geb\u00e4udekomplex aus den Jahren ab 1690 \u2013 entworfen von Johann Georg Starcke und mit einem Kopfbau von P\u00f6ppelmann (1717) \u2013 bestehen auffallende \u00c4hnlichkeiten. Fotoaufnahmen von 1945 dokumentieren dort einen nahezu identischen Dachaufbau und dekorative Stuckelemente wie in Langenleuba.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt l\u00e4sst sich das Schloss architektonisch dem Dresdner Barock zuordnen. Gleichzeitig zeigen sich im strukturellen Aufbau \u2013 etwa in der geschlossenen Vierfl\u00fcgelanlage \u2013 deutliche Bez\u00fcge zu Leipziger Messeh\u00f6fen, wie sie von Johann Gregor Fuchs entworfen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Georg Starcke, Sch\u00f6pfer des Palais im Gro\u00dfen Garten in Dresden, der Alten Handelsb\u00f6rse in Leipzig und des Hauses Rampische Gasse 9 in Dresden, k\u00f6nnte ein stilistisches Bindeglied darstellen. Besonders die Stuckarbeiten, die von Giovanni Simonetti f\u00fcr Starcke ausgef\u00fchrt wurden, weisen auffallende \u00c4hnlichkeiten zu den gr\u00f6\u00dftenteils original erhaltenen Stuckdecken in Langenleuba auf. Da Starcke bereits 1695 verstarb, kommt er selbst als Baumeister nicht infrage. Sein Netzwerk an Architekten und Bauhandwerkern k\u00f6nnte jedoch Einfluss auf die Planung gehabt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine pers\u00f6nliche Verbindung Johann von Kuntschs zu den genannten Architekten erscheint plausibel. Sein Handelshaus befand sich direkt gegen\u00fcber der Alten Handelsb\u00f6rse, und laut einer Leichenpredigt war er eng in die Leipziger Baumeistergilde eingebunden. Ein befreundeter Architekt, Gottfried Wagner \u2013 selbst Baumeister, Philosoph und Poet mit Verbindungen zum Hof Augusts des Starken \u2013 k\u00f6nnte mit der Planung betraut gewesen sein. Aufgrund l\u00fcckenhafter Quellenlage und geringer \u00dcberlieferung seiner Werke l\u00e4sst sich dies jedoch bislang nicht belegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verbindung von Leipziger Messehof-Architektur und Dresdner Barockfassade spricht f\u00fcr die Mitwirkung eines Baumeisters mit tiefgehender Erfahrung im Dresdner Baugeschehen. Dies macht Johann Gregor Fuchs, der 1705 von Dresden nach Leipzig wechselte und enge Kontakte zu Karcher und P\u00f6ppelmann pflegte, zu einem wahrscheinlichen Kandidaten. Die Nutzung identischer Werkst\u00e4tten und Bildhauer verst\u00e4rkt diesen Eindruck: Ornamentale Elemente in Langenleuba weisen eine hohe handwerkliche \u00dcbereinstimmung mit Arbeiten von Balthasar Permoser und seiner Schule auf \u2013 eine Zuschreibung dieser Werke an Permoser selbst erscheint m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Bislang konnte kein eindeutiger Planverfasser nachgewiesen werden. Fest steht jedoch, dass das Herrenhaus in Langenleuba-Niederhain zu rund 90 Prozent im originalen baulichen Zustand der Jahre 1708 bis 1711 erhalten ist. Es stellt ein bedeutendes Beispiel f\u00fcr die fr\u00fche Phase des Dresdner Barock dar. Laufende restauratorische und bauforscherische Untersuchungen, die in Abh\u00e4ngigkeit vom Baufortschritt erweitert werden, werden voraussichtlich in den kommenden Jahren belastbare Aussagen zur Urheberschaft erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"806\" src=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-1024x806.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-230\" srcset=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-1024x806.jpg 1024w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-300x236.jpg 300w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-768x604.jpg 768w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-1536x1209.jpg 1536w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-2048x1612.jpg 2048w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bauherr_Johann_von_Kuntsch_02-2000x1574.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bauherr, Johann von Kuntsch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Schloss als Ort der Bildung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bereits unter Johann von Kuntsch wurden das Schloss sowie die Eink\u00fcnfte aus dem Rittergut f\u00fcr kulturelle und soziale Zwecke eingesetzt. Im Jahr 1712 verfasste Johann von Kuntsch sein Testament, in dem er die Umwandlung des Gutes in ein Familienfideikommiss anordnete. Nach seinem Tod im Mai 1714 wurde dadurch die langfristige Nutzung des Anwesens und seiner Ertr\u00e4ge festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Eink\u00fcnften sollten Legate vergeben werden, unter anderem in Form von Stipendien f\u00fcr Studenten der Kunst und Musik sowie f\u00fcr Handwerks- und Handelslehrlinge. Dar\u00fcber hinaus waren Unterst\u00fctzungszahlungen f\u00fcr heiratsf\u00e4hige Frauen zur Aussteuer vorgesehen. Regelm\u00e4\u00dfige Zuwendungen gingen zudem an soziale Einrichtungen in Leipzig und im Th\u00fcringer Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der im Testament verankerte Bildungsauftrag wurde im Laufe der Zeit an aktuelle Erfordernisse angepasst. So wurden Teile des Schlosses zur ersten Berufsschule der Region umgewidmet, sp\u00e4ter auch zur allgemeinen Schule. Bereits im 18. Jahrhundert fanden sonnt\u00e4gliche Gemeinschaftsessen mit begleitenden Vorlesungen statt, um auch der erwachsenen Bev\u00f6lkerung einen Zugang zu Bildung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nutzung des Schlosses zu Bildungszwecken endete mit dem Auszug der Schule in den Jahren 1964\/65.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"841\" src=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-1024x841.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-228\" srcset=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-1024x841.jpg 1024w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-300x246.jpg 300w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-768x630.jpg 768w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-1536x1261.jpg 1536w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-2048x1681.jpg 2048w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Testament-2000x1642.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Testament von Johann von Kuntsch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Schloss nach 1838 <\/h3>\n\n\n\n<p>Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses wird ma\u00dfgeblich durch den Verlust des S\u00fcdfl\u00fcgels \u2013 des sogenannten Festsaalfl\u00fcgels \u2013 gepr\u00e4gt. Seit dem Jahr 1838 bestimmt dieser reduzierte Bauk\u00f6rper die \u00e4u\u00dfere Wirkung der Anlage. Innerhalb des Ortes kursieren zwei unterschiedliche Erz\u00e4hlungen zur Ursache des Abbruchs. Besonders verbreitet ist die lokale Sage vom in den Grundmauern verborgenen Schatz, welche die Niederlegung des Fl\u00fcgels durch die Familie von Kuntsch mythisch \u00fcberh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist der Abriss eher auf eine Kombination aus wirtschaftlichen, baulichen und historischen Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Hausarchiv der Familie von Kuntsch, heute im Th\u00fcringischen Staatsarchiv Altenburg verwahrt, hat sich ein Schriftwechsel zum Vorgang des Abbruchs erhalten. Daraus geht hervor, dass die Entscheidung vornehmlich aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden getroffen wurde. Das Schloss wurde bereits kurz nach seiner Fertigstellung nur noch gelegentlich als Familiensitz genutzt. Nach testamentarischer Verf\u00fcgung Johann von Kuntschs durfte der j\u00e4hrliche Bauunterhalt 100 Taler nicht \u00fcberschreiten \u2013 eine Summe, die f\u00fcr den Erhalt des Schlosses sowie der zum Rittergut geh\u00f6renden Geb\u00e4ude und Infrastruktur deutlich zu niedrig angesetzt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im Jahr 1724 wird \u00fcber bauliche Sch\u00e4den berichtet, insbesondere an der Gr\u00fcndung des S\u00fcdfl\u00fcgels. Hinzu kam die angespannte wirtschaftliche Lage nach den Napoleonischen Kriegen, die vielerorts zu Vernachl\u00e4ssigungen im Unterhalt gef\u00fchrt hat. Archivunterlagen belegen zudem, dass der S\u00fcdfl\u00fcgel zeitweise von franz\u00f6sischen Truppen als Lazarett genutzt wurde, was zu erheblichen Sch\u00e4den und starker Abnutzung f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Nutzungsgeschichte spielten auch bautechnische M\u00e4ngel eine Rolle bei der Entscheidung zum Abriss. Das Rittergut wurde am 2. Juli 1707 an Johann von Kuntsch \u00fcbergeben, der Neubau des Schlosses war bereits 1711 abgeschlossen. Die sehr kurze Bauzeit von unter 36 Monaten \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung klimatischer Einschr\u00e4nkungen \u2013 deutet auf m\u00f6gliche bauliche Kompromisse hin. Insbesondere die Erweiterung der mittelalterlichen Burginsel zur Schaffung eines geeigneten Fundaments d\u00fcrfte problematisch gewesen sein. Ein \u00fcberliefertes Gutachten beschreibt Setzungserscheinungen im Bereich des S\u00fcdfl\u00fcgels, die als bestandsgef\u00e4hrdend eingesch\u00e4tzt wurden. Vor diesem Hintergrund wurde der Entschluss zur Reduzierung des Bauk\u00f6rpers zugunsten des Erhalts der restlichen Anlage gefasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist lediglich eine historische Darstellung des vollst\u00e4ndigen Schlosses \u00fcberliefert. Das Gutachten zum Abriss belegt, dass sich im S\u00fcdfl\u00fcgel die Hauptrepr\u00e4sentationsr\u00e4ume befanden. Unter anderem war hier ein Festsaal untergebracht, der sich \u00fcber neun zu sieben Fassadenachsen erstreckte und eine H\u00f6he von anderthalb Geschossen aufwies. Mit dem Abriss ist dieser Raum unwiederbringlich verloren. Der heute noch erhaltene \u201ekleine Saal\u201c, vermutlich urspr\u00fcnglich als Speisesaal konzipiert, stellt somit den gr\u00f6\u00dften verbliebenen Innenraum des Schlosses dar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sie wollen mehr \u00fcber das Schloss erfahren?  <\/h3>\n\n\n\n<p>Das Halbe Schloss wurde im Gutshauspod vorgestellt, wir bedanken uns f\u00fcr die M\u00f6glichkeit. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/dergutshauspod.de\/halbes-schloss\/\" target=\"_blank\">Hier<\/a> k\u00f6nnen Sie die ganze Episode zum Schloss kostenfrei online h\u00f6ren. Viel Spa\u00df! <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1\" src=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Webseite_Trenner_lang.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-620\" srcset=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Webseite_Trenner_lang.jpg 1024w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Webseite_Trenner_lang-300x1.jpg 300w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Webseite_Trenner_lang-150x1.jpg 150w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Webseite_Trenner_lang-768x1.jpg 768w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Webseite_Trenner_lang-950x1.jpg 950w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:200px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:15%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"847\" src=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-1024x847.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-180\" srcset=\"https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-1024x847.jpg 1024w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-300x248.jpg 300w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-768x636.jpg 768w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-1536x1271.jpg 1536w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-2048x1695.jpg 2048w, https:\/\/halbes-schloss.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Logo_HALBES_SCHLOSS-2000x1655.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:15%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:200px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die (Bau-) Geschichte des Halben Schlosses zu Langenleuba-Niederhain Die (Bau-) Geschichte des Halben Schlosses wurde in der Vergangenheit noch nicht umfassend erforscht. 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